Die Lernphasen des Gefühlsklärers Teil 4.2 - Abbau seiner Schutzmauer

Hier ist der zweite Teil zum Abbau der Schutzmauer des Gefühlsklärers . Nach Teil 3 - den Verlustängsten, ist für ihn nun der Abbau seiner Schutzmauer an der Reihe. 

Dein auf "Funktionalität programmiertes" Pendant ist in dieser Phase nun so weit, nach den Ursachen für seinen Zustand zu forschen. Er (oder sie) fragt sich, warum er solche Probleme hat, seine Gefühle zu leben. Umzusetzen, wonach sein Herz sich eigentlich wirklich sehnt. Er sieht nach und nach seine Ängste und inneren Themen bewusster an.

Außerdem kommen nun auch die Nebenlernaufgaben dran: Er schaut genauer auf seine Kindheit, lässt damalige Erfahrungen und Geschehnisse Revue passieren und bemerkt dadurch deutlicher, welche Erlebnisse seine Ängste, Glaubenssätze und Programmierungen entwickelt haben. Er geht an die Beziehung zu seinen Eltern und zwischen seinen Eltern. Wie sind sie mit ihm als ihr Kind umgegangen, was hat er gelernt? Was haben sie ihm vorgelebt?  

Er bemerkt, dass er selbst etwas in sich ändern muss, damit ihn diese alten Muster und Themen nicht länger belasten.

 

Auch nimmt er nun seine aktuelle Beziehung zu seiner Freundin oder Frau unter die Lupe. Genau wie die zu Freunden, Bekannten, Kollegen/Geschäftspartnern. Es wird ihm bewusst, dass diese Beziehungen viel auf oberflächlichen Fassaden basieren - nicht zuletzt auch auf seinen eigenen. Er wollte und konnte selbst nie tiefere Bindungen herstellen, sondern stets eine bestimmte Rolle einnehmen - was auch die Menschen in seinem Umfeld so von ihm verlangt haben:

Seine Frau beispielsweise wollte mehr oder minder den Ernährer, der ihr (und den Kindern) Sicherheit und Geld gibt. Möglicherweise auch einen erfolgreichen Mann, der Luxus mitbringt und die Familie mit allen Materiellen versorgt, was sie braucht und will. Er bemerkt spätestens jetzt, dass emotionale Tiefe hier nie gefragt war.

Seine Freunde verlangten immer nach dem gut gelaunten Kumpel, Partyhelden, mit dem sie jederzeit Spaß und/oder Action haben konnten. Eine hohe Anzahl ehrlicher, ernsthafter Gespräche über tiefgehende Emotionen, die das Leben bestimmen? Fehlanzeige.

Das erfüllt ihn nun immer weniger. Er will diese Rollen immer weniger erfüllen, er kann sie immer weniger erfüllen - weder für sich selbst, noch für andere.

 

Wenn er Kinder hat, bemerkt er in dieser Zeit, dass ihm so viel Kraft fehlt, dass er ihre Bedürfnisse nicht mehr so erfüllen kann, wie er es doch aber möchte. Er schafft es nicht mehr, der tolle Vater zu sein, der er so gerne für die Kinder sein möchte, der ihnen alle Wünsche erfüllt. Kinder sind die ersten Menschen im Leben eines kopforientierten Menschen, die er bedingungslos liebt und bei denen er so sein kann, wie er wirklich ist. Und Kinder sind die ersten Menschen, die ihn wirklich bedingungslos lieben, ohne etwas zu verlangen. Er möchte das Allerbeste für sie - kann ihnen das aber immer weniger geben. Er bemerkt, wie wenig er mental und emotional anwesend ist. Auch hier erfüllt er die Rolle nicht mehr, die er aber eigentlich erfüllen und deren Verantwortung tragen möchte.

Kurz gesagt: Er kommt auf vielen alten Pfaden nicht mehr "klar". 

 

Sein Weltbild verändert sich sehr stark, seine Basis wankt: Vieles, was er bisher für wichtig und richtig gehalten hat, was bisher einen unerschütterlichen Stellenwert und keine Alternativen hatte, fühlt sich nun nicht mehr gut an - oder sogar falsch.

Er merkt, dass er es selbst und auf seine bisherige Art nicht mehr auffangen oder standhalten kann.

Der ein oder andere Kopfmensch sucht an dieser Stelle Hilfe im Außen, sucht Antworten auf seine Fragen. Er sucht vielleicht einen Arzt auf, oder redet mit einem Freund. Er sucht das Internet ab. Er kommt an Punkte in seinem Leben, in denen er bereit ist, Hilfe von außen zuzulassen. Er wird bereit, sich andere Blickwinkel anzusehen, sich Ratschläge anzuhören. Er sucht möglicherweise einen Therapeuten auf, oder nimmt Kontakt zu einem Coach auf - spiritueller oder psychotherapeutischer Natur.

 

Bei deinem Gefühlsklärer wächst jetzt parallel weiter die Angst, dass er sich bei dir, seinem Herzmenschen, zu viel geleistet hat. Dass er dich zu sehr verletzt hat und dadurch eine gemeinsame Zukunft verbaut hat. 

In dieser Zeit nehmen die wenigsten Gefühlsklärer Kontakt zur LoslasserIn auf. Falls er es doch tut, kannst du möglicherweise schon viel Selbstreflektion und Erkenntnisse bei ihm feststellen. Doch er wird vermutlich versuchen, dich zu den alten Umständen an seine Seite zu bekommen. Oder zumindest ein kleines Feedback, dass du noch da bist. Bleibe an dieser Stelle bitte ganz bei dir und deinen erlernten Stärken!

Er ist zwar nun gewillt und bereit, Umstände zu verändern und Themen wie Beziehung und Handeln zu hinterfragen. Doch es fehlt noch ein wenig, um es auch in äußere Handlung umzusetzen. Er ist im Prozess noch nicht so weit, um alle Antworten gefunden zu haben und nach außen zu tragen.

Vielleicht geht er auch noch einmal zurück, in alte Verhaltensmuster und beschließt nochmal "sich durch zu beißen". Er bäumt sich noch einmal gegen seine Gefühle und Erkenntnisse auf. 

Denn er hat jetzt noch zu viel Angst, sich zu zeigen, wie er sich fühlt und es einzugestehen (gerade dir gegenüber, seinem liebsten Menschen): Er fühlt sich schwach, klein, verletzlich. Und doch kann er seine vormals überdimensionalen Schutzmauern kaum mehr aufrecht erhalten. Was früher mondän und unerschrocken an ihm wirkte, fällt nun step by step ab. Aber alle Masken und Muster fallen lassen, das kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Er baut jetzt seine überstarke Schutzmauer Stein für Stein ab. Doch er ist noch nicht ganz bereit, die Mauer vollständig fallen zu lassen. Er kennt seine Probleme und Ursachen nun und sieht auch immer mehr hin. Aber er hat noch nicht alle Lösungen oder noch nicht alle Verhaltensweisen integriert, um bereits auf Augenhöhe mit dir eine neue Beziehung zu beginnen. 

Gib ihm dafür noch etwas Zeit und Ruhe. Akzeptiere weiterhin seinen Rückzug, aber setze weiterhin klare -  wenn nötig und möglich - liebevolle Grenzen und deine Regeln für eine eventuelle, gemeinsame Zukunft.

 

Bleibe bei dir und bleibe standhaft!

 

Viele liebe Grüße!

Deine Caro 💕

Hier findest du noch einmal die Links zu vorherigen und (später dann) weiterführenden Blog-Posts dieser Serie:


Wenn du Antworten und Unterstützung in deiner Dualseelenverbindung suchst... 

...bin ich als Dualseelen- & Karmacoach für dich da! Wir sprechen während deiner Session über all deine Fragen, eure Situation und deine Herausforderungen!

Ich begleite dich mit all meinen Erfahrungen & Liebe zu diesem Thema 

durch deine Lernaufgaben!


Kommentare: 9
  • #9

    Blooming (Freitag, 24 Juli 2020 08:24)

    Auf die Seite zu stoßen, all‘ die Infos und jetzt such die Kommentare zu lesen, ist unfassbar hilfreich.

    Zwei Jahre Nähe und Distanz. Viel Schmerz für mich. Immer wieder die Frage: Wieso nur ist das derart intensiv? Was geht hier ab? Jetzt weiß ich es.

    Das Aufhören scheint kaum möglich, aber ich ahne, dass es sein muss.

    Danke für alles was hier steht.

  • #8

    Sabine (Montag, 13 Juli 2020 14:31)

    Hallo ihr Lieben,

    Ich glaube, die Frage wie man mit einem Kontakt umgehen soll, falls sich der geliebte Mensch meldet, sich einem wieder nähert, erübrigt sich in dem Moment, wo man wirklich bei und in sich fest und unerschütterlich angekommen ist. Dann ergeben sich Antworten, die gesunde und klare Grenzen setzen und gleichzeitig warmherzig und voller Liebe sind, ganz automatisch. Man muss nicht mehr darüber nachdenken.

    Und solange man sich noch damit befassen muss, WIE man genau reagieren soll auf halbherzige Annäherung ohne klare Ziele, ist man auch noch nicht bei sich angekommen und diesem immensen Feuerwerk an Emotionen und Gefühlen, die eine solche Beziehung mit sich bringen, auch nicht gewachsen.

    Das Universum irrt sich nicht, aber Eile hat es keine. Wir sollten sie auch nicht haben. :)

    Alles Liebe euch allen!

  • #7

    Mia (Sonntag, 28 Juni 2020 10:36)

    Der Blog hat mir sehr geholfen stark zu bleiben, vielen Dank dafür! Es ist aber immer noch sehr schwer, doch ich bleibe standhaft.

  • #6

    Manuela (Sonntag, 21 Juni 2020 12:38)

    Wir sind gerade in dieser Phase und ich gebe ihm Zeit und genieße meine Zeit und bleibe standhaft....;-) ..
    Wünsch Euch einen schönen Tag!

    lg Manuela

  • #5

    Lili (Montag, 15 Juni 2020 17:11)

    Hi Nella, das kenne ich. Es fühlt sich so an, als würde man einen Rückschritt machen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich nur im ersten Moment so anfühlt. Man ist ehrlich, er geht nicht darauf ein, man fühlt sich schlecht. Aber wenn man ehrlich ist und dann wieder in den Rückzug geht und bei sich bleibt, fühlt es sich richtig und gut an. Zumindest geht es mir so. Liebe Grüße

  • #4

    Sonnenblume (Samstag, 13 Juni 2020 10:51)

    Hallo Nella,
    bleib ehrlich und bleibe bei dir. Wenn jede positive Äusserung für ihn Energie ist , dann sage nur neutrale Dinge. Formuliere alles in der Ich-Form . Beispiel: Mir geht es gut. Meine Arbeit macht Spass. Ich geniesse die Sonne. Ich treffe mich mit Freunden. Ich überdenke mein Leben. Auf keinen Fall denkst du an ihn! Das tust du zwar, aber niemand kann dich zwingen, es zu sagen. Stell nur Fragen, deren Antwort du auch wissen möchtest. Und Gegenfragen als Antwort ignorierst du.
    Liebe Grüße

  • #3

    Kirsten (Mittwoch, 10 Juni 2020 22:32)

    @Nella
    Da Dualseelen hauptsächlich durch Energie miteinander kommunizieren, hilft es wohl schon, wenn du im in Gedanken sagst, dass du für den alten Zustand nicht mehr zu haben bist, weil du dich dann wieder verbiegen musst, was saumäßig weh tut. Und wenn er nur ansatzweise das Gefühl hätte, dass du ihm zu nahe kommst, er dich dann wieder wegbeissen würde, was dir auch saumäßig wehtun würde. Und es somit gar keinen Sinn macht, den alten Zustand wieder aufleben zu lassen, weil dir das nur weh tut.
    Solltest du ihm in „real life“ begegnen, kannst du ihm das auch genau so sagen. Das ist logisch, das kann er nachvollziehen. Und dann musst du dich direkt wieder verabschieden.

  • #2

    Sonnenschein (Mittwoch, 10 Juni 2020 18:04)

    Vielen Dank für die tolle Blogserie! :)
    Nella, das kann ich auch bestätigen. Immer wieder auf mich zugegangen, habe klare Grenzen gesetzt. Auch "negative" Rückmeldung meinerseits, dass es so nicht geht, war für ihn wohl immer Feedback genug. Immer wieder die selbe Runde. Deshalb kann ich nur empfehlen, ganz abzuschließen und sich selbst finden :)

  • #1

    Nella (Dienstag, 09 Juni 2020 13:59)

    Hallo liebe Caro,
    Ich danke dir sehr für diesen zweiten Teil.
    Was ich immer nicht weiß, wie gehe ich mit ihm um,wenn er sich meldet, ich möchte ehrlich sein und kann bei mir bleiben, aber jede positive Äußerung von mir stabilisiert ihn wieder in seinen alten Verhaltensweisen,das spüre ich. Entsprechend verlängert es unseren Prozess.
    Kannst du mir einen kurzen Rat geben?
    ☀ ige Grüße Nella